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575 Orca Quelle WDCS Hal Sato

Warum sind Tiere wie Orcas ungeeignet für eine Leben in Gefangenschaft ?Bearbeiten

Orcas sind äußerst soziale und hochintelligente Tiere mit enormem Bewegungsdrang – und sie sind mit bis zu neun Metern die größte Delfinart. Sie leben in komplexen Sozialverbänden, die unterschiedliche regionale Kulturen und sogar „Sprachen“ entwickelt haben. Weil die Gruppen in Gefangenschaft künstlich zusammengesetzt und Tiere oft weitergegeben werden, sind diese natürlichen, tiefen sozialen Bindungen nicht möglich. Dazu kommt, dass ihr natürliches Verhalten wie Schwimmen, Tauchen, Jagen eingeschränkt wird. Viele der Orcas werden sogar als Einzelgänger gehalten: je einer in Miami/USA, Buenos Aires/Argentinien, Ontario/Kanada und Nakhokda/Russland.  



Mundo-marino

Welche Folgen der Haltung in Gefangenschaft treten bei Orcas allgemein auf?Bearbeiten

Im Vergleich zu wilden Schwertwalen/Delfinen haben ihre Artgenossen in Gefangenschaft eine verringerte Lebenserwartung. Es wird vermutet, dass der Stress in Gefangenschaft die Immunabwehr schwächt, so dass gefährliche Infektionen wie Lungen- oder Zahnentzündungen vermehrt auftreten. Letzteres wird wohl vor allem durch das Nagen an Eisenstangen oder den Beckenrändern verursacht. Auffallend ist auch die gekrümmte Rückenflosse, die bei wilden Orcas nur bei etwa einem Prozent der Tiere vorkommt, in bei gefangenen Tieren hingegen sehr oft. Dies ist wohl eine Degeneration – sie kommt daher, dass die Tiere so oft an der Wasseroberfläche schwimmen und die steile und schwere Fluke zu viel aus dem Wasser ragt. Gefangene Orcas sind für ihr aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen und auch dem Menschen bekannt - in der Natur könnten die Tiere sich einfach aus dem Weg gehen.



Killer whale victim recalls attack

Was hat es mit den Aggressionen der Orcas genau auf sich?Bearbeiten

In den engen Becken leiden die Tiere unter Reizarmut und Bewegungsmangel, unverträgliche Tiere können sich nicht ausweichen. Dadurch kommt es oft zu Aggressionen zwischen den Schwertwalen, was häufig zu Verletzungen führt. In Freiheit können sich Orcas bei einem Konflikt ausweichen, in Gefangenschaft ist das nicht möglich – und das macht sie unberechenbar. Diese Aggressionen richten sich auch gegen den Menschen: Während aus der Natur kein Beispiel bekannt ist, wo ein Mensch durch einen Orca starb, haben Schwertwale in Gefangenschaft bislang vier Menschen getötet, einer davon im spanischen Loro Parque, drei in den USA. Dutzende weitere Attacken sind dokumentiert – auch in den beiden europäischen Delfinarien, die Orcas halten.



Delfine in Gefangenschaft

Gibt es vergleichbare Probleme bei anderen Tieren?Bearbeiten

Die meisten Haltungsprobleme bei Orcas treten auch bei anderen Delfinen oder Kleinwalen in Gefangenschaft auf: Verkürzte Lebenserwartung, innerartliche Aggressionen, die häufig mit sedierenden Psychopharmaka behandelt werden. Deshalb fordern Organisationen wie Pro Wildlife ja auch ein Ende der Delfinarien.Aber auch bei anderen hochintelligenten Tieren mit komplexem Sozialverhalten wie Menschenaffen oder Elefanten sind in Gefangenschaft Verhaltensanomalien oder gar Stereotypien zu beobachten,
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wie beispielsweise regelrechte Bulimie bei Gorillas oder das berühmte „Weben“ bei Elefanten. Und dass Elefantenpfleger das größte Risiko unter den Tierpflegern tragen und schon viele von ihnen ihr Leben oder zumindest ihre Gesundheit durch Elefantenattacken verloren haben, ist unbestritten. Diese Tiere in Zoos zu halten, ist verantwortungslos.
 Auch Zirkustiere weisen die Tiere starke Stereotypien auf , beispielsweise sieht man oft Pferde,Zebras,Tiger und Löwen in ihren Käfigen ständig hin und her laufen. Auch bei den selben Tieren und Eisbären in Zoo´s ist dieses Verhalten zu beobachten. Häufig liegen die Tiere auch lustlos am Boden, nagen ihre Zähne ab, laufen gegen Wände/Gitter oder ähnliches. Auch im Zirkus entwickeln die Tiere Agressionen gegen Artgenossen, Trainer und Zuschauer.



Seaworld

Besteht in Europa ein größeres Problembewusstsein für die Thematik als in den USA? Bearbeiten

Eher nicht, denn zu den Sea World Besuchern gehören auch viele europäische Touristen – und sie finanzieren hierdurch die Orca-Haltung in Gefangenschaft. Und immerhin elf Schwertwale leben derzeit in europäischen Delfinarien: Fünf im französischen Marineland Antibes und sechs im Loro Parque auf Teneriffa, der von einem Deutschen betrieben wird. Fakt ist jedoch, dass die Auflagen an die Beckengrößen in Europa höher sind und eine Haltung der riesigen Orcas wesentlich kostspieliger ist als von kleineren Delfinen: Während in den USA für die Haltung eines Orcas ein Becken von 324 m² Oberfläche bei einer Tiefe von 4,5 Metern ausreicht, sind in Schweden mindestens 800 m² Oberfläche bei 9 bis teils gar 18 Metern Tiefe verlangt, in Deutschland werden für die wesentlich kleineren Großen Tümmler (3 Meter) nach dem bisherigen Säugetiergutachten 400 m² verlangt, für Schwertwale gibt es keine spezifischen Vorgaben.


BilderBearbeiten

  • Elefant in Gefangenschaft
  • Tiger in Gefangenschaft
  • Schimpanse in Gefangenschaft

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